7. März 2016

Sandra Regnier: Die Stunde der Lilie & Die Nacht der Lilie (Die Lilien-Reihe Band 1 und 2)

Eigentlich wollte ich euch in diesem Post nur Die Stunde der Lilie von Sandra Regnier vorstellen. Da ich allerdings den zweiten Teil - Die Nacht der Lilie - sofort hinterher gelesen habe und die Reihe nur aus diesen beiden Bänden besteht, gibt es jetzt eben beide gemeinsam. Also dann, erzähle ich euch mal ein bisschen was über die Lilien-Reihe. Die Bücher haben mich in den vergangenen Wochen von allen am meisten gefesselt.



Die Geschichte dreht sich um die Hauptperson Julia. Sie ist 16 Jahre alt und lebt in einem kleinen Ort in Deutschland mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester. Beim einem Reitausritt mit ihrer besten Freundin gerät Julia ins Schloss Versailles im 17. Jahrhundert. Irgendwie gibt es in dem Buch ziemlich wenig Vorgeschichte. Kaum fängt man an zu lesen, schwupp fällt Julia durch den Zeitriss. Mir ging das alles etwas schnell, man weiß kaum etwas über Julia und ihre Freunde und Familie. Aber im Nachhinein finde ich das gar nicht so wild.

Es hat nur wenige Seiten gebraucht, dann war ich Der Stunde der Lilie vollkommen verfallen. Julia ist ein wunderbarer, erfrischender Charakter. Ich finde sie sehr sympathisch und konnte super gut mit ihr mitfühlen. Ihre ganze Misere, in einer fremden Zeit mit einer fremden Sprache gefangen zu sein. Sie muss sich in den französischen Hof und sein Zeremoniell einfinden und sieht sich plötzlich Intrigen und Missgunst gegenüber.

Die Beschreibungen von Orten wie Versailles oder Paris, aber auch Landschaften und Kleidern sind sehr bildhaft und laden zum Träumen ein. Und auch wenn einige Ereignisse von der Autorin erfunden wurden, sind in dem Roman auch viele reale Geschehnisse eingebracht. Mit Frankreich in dieser Zeit habe ich mich noch nie näher beschäftigt und fand das alles unglaublich spannend. Die vielen französischen Namen haben mich allerdings so manches mal zum rätseln gebracht. Wer war das noch? :D Aber nach einer Weile wurde es besser. 




Mit Die Nacht der Lilie geht die Geschichte nahtlos weiter. Ehrlich gesagt bin ich mir nicht mal mehr sicher, wo das eine Buch endete und das andere begann. :D Durch die gesamte Geschichte zieht sich das Verhältnis von Julia mit dem strengen Etienne. Er ist ihr Lehrer und bringt ihr alles über den Hof, die Sprache, Reiten und was sie noch so als Hofdame braucht bei. Später werden sie Freunde und während die Kapitel so dahinfließen stellt sich immer mal wieder die Frage, ob da vielleicht auch mehr geht. Ein fesselnder Strang der Geschichte, auf jeden Fall. Ich mag die Figur des Etienne auch einfach total! Ein wahrlich interessanter Mann.

Eine Sache muss ich noch ansprechen. Das Ende von Die Nacht der Lilie! Ich laß es und war wie vor den Kopf gestoßen. So eine plötzliche und seltsame Wendung. Ich habe anschließend nochmal ein paar Seiten zurück geblättert, nochmal gelesen, bin alles nochmal im Kopf durchgegangen. Ich hatte so viele Fragen, die unbeantwortet blieben. Auf der Suche nach weiteren Informationen oder Kommentaren der Autorin bin ich auf Sandra Regniers Homepage gestoßen, wo sie auch einige Fragen beantwortet (SPOILER! Erst anklicken, wenn man beide Bücher gelesen hat!). Aber ich habe immer noch einige offene Punkte, die wohl unbeantwortet bleiben werden. Aber es ist ja oft so, dass das Ende eines Buches enttäuschend ist und man sich etwas anderes gewünscht hätte. Denke ich aber genauer darüber nach, wird mir bewusst, dass Autoren und Autorinnen ihre Geschichte im Kopf haben. Und vielleicht gibt es für sie keine andere Möglichkeit für das Ende. Vielleicht ist es für sie genau so perfekt, auch mit den offenen Fragen, die vielleicht bleiben. Vielleicht gibt es auch einfach Dinge, die sich nicht erklären lassen und die nicht in ein traditionelles Happy End passen. Von daher habe ich mich mittlerweile mit dem Ende der Lilien-Reihe ausgesöhnt, nachdem sie mir nach ein paar Tage Kopfzerbrechen bereitet hat. ;-)

Die Geschichte um Julia hat mich einfach gefesselt und fasziniert. Ich bin traurig, dass es keine weiteren Bände gibt und werde die beiden Bücher sicher in ein, zwei Jahren nochmal lesen. Ich kann euch die Bücher wirklich nur ans Herz legen. :)


Kommentare:

  1. Ach, Zeitrisse sind doch immer wieder eine feine Sache :) Ich mag solche Geschichten, weil man da eben "nebenbei" noch ein bisschen was lernt. Schade ist es dann, wenn man mit dem Ende nicht richtig glücklich ist - gerade bei längeren Reihen finde ich sowas dann blöd. Aber man kann es als Autor halt auch nicht allen Lesern recht machen...

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    1. Ich mag auch Zeitriss-Geschichten. :) Ja...der Autor verwirklicht ja nur seine Vision, von daher sollten die Leser sich wohl nicht beschweren. :D

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